1.Pflanzensprechstunde

Mittwoch, 23.09.2015   19 - 21 Uhr  

 

Diagnose: Magnesium- und Eisenmangel

Sebastian Hauptmann kümmert sich bei der ersten Pflanzensprechstunde des Gartenbauvereins Limburgerhof um die Wehwehchen von Himbeere, Thuja und Co.

Limburgerhof. Was tun, wenn der Rasen braune Flecken aufweist oder der Himbeerstrauch gelbe, kleine Blätter trägt? Einen Experten fragen. Diese Möglichkeit hat der Gartenbauverein Limburgerhof am Mittwochabend allen Pflanzenfreunden geboten. Bei der ersten Sprechstunde von Pflanzendoktor Sebastian Hauptmann im katholischen Pfarrsaal wurden die mitgebrachten „Sorgenkinder“ gründlich unter die Lupe genommen.

„Kann das der Himbeermosaik-Virus sein?“, möchte Monika Bier vom Experten wissen. Hauptmann schaut sich die mitgebrachten Himbeer-strauchblätter sorgfältig an und kommt zu mehreren Diagnosen, denn die Blätter zeigen unterschiedliche Symptome. So sind die größeren Exemplare leicht gelblich. „Das deutet auf Magnesiummangel hin“, erklärt Hauptmann. Er empfiehlt, ein- bis zweimal im Jahr mit Bittersalz nachzuhelfen, denn „die Böden sind bei uns nicht sehr magnesiumhaltig“. Bei einem fast schon weißlichen Blatt von der Spitze erkennt der Gartenbauingenieur dagegen Eisenmangel. „Der hohe Kalkgehalt im Boden absorbiert das Eisen, das dann der Pflanze nicht zur Verfügung steht“, meint Hauptmann. Den von der Besitzerin bereits vermuteten Himbeermosaik-Virus haben nur die mitgebrachten kleinen Blätter, die mit gelben Punkten und Linien gesprenkelt sind. „Diesen Strauch sollten sie ausgraben“, rät der Fachmann, bevor er sich Patient Nummer zwei widmet.

Dieser gehört Wilhelm Dingebauer. Der Mutterstadter hat ein Blatt einer Thuja mitgebracht. „Der ganze Baum ist plötzlich vor zwei Wochen gelb geworden“, berichtet Dingebauer. Da allerdings nur die unteren Blätter gelb sind, die oberen dagegen grün, deutet laut Hauptmann auch hier alles auf einen Magnesiummangel hin. „Diesen erkennt man immer von unten, denn die neu wachsenden Blätter holen sich, was sie brauchen, aus den älteren Blättern, deshalb verfärben die sich dann gelb“, erklärt der Pflanzendoktor.

Während die Thuja mit Bittersalz wieder aufgepäppelt werden kann, kommt die Hilfe für eine Portugiesische Glanzmispel zu spät. Die Pflanze, die auf im Garten von Christel Petzschke steht und per Foto zur „Untersuchung“ gebracht wurde, ist abgestorben. „Sie sieht mit den dunklen Blättern zwar schön aus, ist aber tot“, meint Hauptmann, der vermutet, dass ein Pilz die Wurzel befallen hat.

Die 15 Gäste interessieren sich besonders für das Thema Rasenpflege. In vielen Gärten hat der heiße Sommer seine Spuren auf dem Grün hinterlassen – in Form von unschönen braunen Flecken. „Ab 42 Grad tritt der Zelltod ein, und dieses Jahr war es einfach viel zu heiß und zu trocken“, erklärt Hauptmann. Sein Tipp: Den Rasen im Sommer lieber etwas wachsen lassen, eine Schnitthöhe von 4,5 Zentimeter sei ideal. Zudem sollte nicht täglich, und am besten morgens gegossen werden. „Die Faustregel lautet: Alle fünf Tage 25 Liter. Nur so gelangt das Wasser tief genug in den Boden, wo die Wurzeln sind“, meint der Experte.

Mehr als zwei Stunden berät Hauptmann die Besucher. Rosemarie See, Schriftführerin beim Gartenbauverein, ist zufrieden. „Wir sind damit ins kalte Wasser gesprungen“, sagt sie. Aufgrund des Erfolgs soll im Frühjahr 2016 erneut der Pflanzendoktor konsultiert werden können. (lai)

              

Die Rheinpfalz  Nr. 223 Ludwigshafener Rundschau vom 25.09.2015 

Die Rheinpfalz Nr. 224 Ludwigshafener Rundschau vom 26.09.2015

 

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